Der Verband Kinder- und Jugendarbeit

FORUM für Kinder- und Jugendarbeit Ausgabe 3/2013

Unter anderem mit Beiträgen von:

  • Prof. Dr. Werner Thole (Uni Kassel)
  • Maria Kalde (Kinder- und Jugendpsychotherapeutin in Ausb.)
  • Kirsten Holert (Referentin in der BASFI)
  • Prof. Dr. Ursel Becher (Ex-Sozialdezernentin)
  • Clemens Fobian (Mitarbeiter bei basis-praevent)
  • Manuel Essberger (Referent VKJH e.V.)
  • Dr. Wolfgang Hammer und Claudia Linsel (AGJ und DPWV)
  • Jana Schiedek (Hamburger Justizsenatorin)

Inhalt und Impressum hier...

Liebe Leserinnen und Leser!

Brauchen Hamburgs Kinder geschlossene Heime? Sind sie auf auswärtige Erziehungseinrichtungen – geschlossen oder nicht – angewiesen, welche sie am Heimatort dann „aus dem Auge, aus dem Sinn“ verschwinden lassen?

Die Skandalberichte über das geschlossene Heim der Firma Haasenburg GmbH, aus dem vor einigen Wochen drei Jugendlichen die Flucht nach Hamburg gelang – und damit der Zugang zu einem Anwalt – haben diese Form der Pädagogik nach Jahren der Ruhe wieder in den öffentlichen Blick gerückt. Diskutiert wird der Umgang mit den dort einsitzenden „besonderen Kindern“ unter verschiedensten Überschriften: unter dem humanistischem Aspekt der Grund- und Menschenrechte, der behördlichen Regularien und Kontrollverfahren zum Schutz der Schutzbefohlenen, der strafrechtlichen Fragen im Fall von Misshandlungen oder anderer Delikte durch Personen, Institutionen oder staatliche Stellen oder der persönlichen Haltung bzgl. Härte oder Toleranz.

In unserem ersten Beitrag diskutieren Dorothee Bittscheid („... hat 1980 in Hamburg die geschlossenen Heime abgeschafft“, TAZ, 21.04.2013) und Timm Kunstreich, ob es diese „besonderen Kinder“ überhaupt gibt. Und – daran logisch anschließend –, ob wir entsprechende „besondere Maßnahmen“ brauchen. Sie begründen ihre These, dass nicht neue (bessere) intensivpädagogische oder sonstige Sondermaßnahmen die Antwort auf den Heimskandal sein können, sondern die Arbeit an sozialräumlichen Lösungen, die „solche Kinder“ einbezieht, auffängt und aufnimmt, und dass dazu auch offen und grundlegend über veränderte Strukturbedingungen im Hilfesystem nachgedacht werden muss. Im anschließenden Beitrag versucht Manuel Essberger, die Diskussionen und Stellungnahmen zum Heimskandal zusammenzufassen und stellen die Frage, ob die Empörung um die „Haasenburg“ dazu führen könnte, über den Einzelskandal hinaus positive Bewegung in die Hamburger Jugendhilfe zu bringen.

Werner Thole nimmt die „Haasenburg“ zum Anlass, eine – grundlegende – Abkehr von der „Pädagogik der Umerziehung“ und dem Konzept der Erziehung durch Strafe zu fordern. Mit der „Bestrafung“ als gesellschaftliches Mittel, Konflikte und Widersprüche zwischen Menschen zu regulieren, setzt sich auch Maria Kalde in ihrem Beitrag „Abolish GU“ auseinander; sie stellt die aktuelle Gegenbewegung gegen den Einschluss von Kindern in den historischen Zusammenhang früherer Bewegungen, die vehement die Abschaffung bspw. der Sklaverei in den USA forderten.


Das vollständige Editoral finden Sie hier...

 

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