Der Verband Kinder- und Jugendarbeit

 

FORUM für Kinder- und Jugendarbeit Ausgabe 3/2015

Unter anderem mit Beiträgen von:

  • Moritz Schwerthelm
  • Christopher Roch
  • Kido Kokoscha
  • Thomas Juhl
  • Manuel Essberger

Liebe Leserinnen und Leser.

Der gesellschaftliche und rechtliche Auftrag, Inklusion umzusetzen und Exklusion zu vermeiden, hat sehr unterschiedliche Ebenen und Dimensionen: Es geht um die Teilhabe im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, es geht um den akzeptierenden und diskriminierungsfreien Einbezug anderer Minderheiten, und es geht um die Auflösung exkludierender und segregierender Strukturen und Mechanismen in den verschiedenen Feldern der Gesellschaft überhaupt.

In den letzten Jahren entstanden „Inklusionsklassen“, Kinder wurden zu „Inklusionskindern“ – schnell hatte man in der technischen Umsetzung der UN-Vorgaben neue Kategorien und Schubladen geschaffen, die dem Vorhaben eigentlich zuwider laufen. Schließlich geht es doch gerade nicht darum, den Einzelnen besonders zu behandeln, mit dem Ziel, ihn an die Norm anzugleichen, sondern die Gemeinschaften so zu verändern, dass „das Andere“ darin gleichwertig sein und bleiben kann, so wie es ist, mittendrin und akzeptiert, ohne außerhalb oder abseits zu stehen.

In der Anfangsrubrik lenkt unser Autor Moritz Schwerthelm den Blick auf eine Inklusion, die nicht Jugendlichen von außen „zugestanden“ wird, sondern die, mit der geeigneten Unterstützung in den Einrichtungen, zum eigenaktiven demokratischen Aneignungsprozess werden kann. Am Beispiel eines Projekts in NRW zeigt Christopher Roch anschließend, unter welchen Bedingungen inklusive Praxis in den Einrichtungen „vor Ort und von unten wachsen“ kann.

Die Jugendarbeit trägt aber nicht nur Verantwortung dafür, inklusive Bedingungen in den eigenen Bereichen herzustellen – also Abschottung und Ausgrenzung in den eigenen vier Wänden zu vermeiden –, es geht gleichzeitig auch darum, die jungen Menschen darin zu stärken, im „normalen Leben“, im Quartier, in der Schule, vielleicht sogar in der Familie, die eigene Exklusion zu überwinden. Die JugendarbeiterInnen müssen sich dabei immer wieder auch selber bezogen auf exkludierende Strukturen und Mechanismen auf der Seite der eigenen Zielgruppen einmischen. Wie das bezogen auf die Schule aussehen kann, beschreibt Kido Kokoscha als Leiter eines kommunalen Jugendhauses in seinem Beitrag: „Jeder hat das Recht, in Freiheit und Würde gebildet zu werden“.

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