Offene Arbeit in Zeiten von Corona


Ein wesentlicher Bestandteil ihrer gelingenden Arbeit ist die persönliche Interaktion der Fachkräfte mit „ihren Kindern und Jugendlichen“, das oft jahrelange persönliche, vertrauensvolle „Kennen“. Arbeit, die geprägt ist von Face to Face-Begegnungen können sie momentan in ihren vielfältigen Einrichtungen, mit ihren bewährten fachlichen Ansätzen und persönlichen Zugangswegen der Offenen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien nicht bedarfsgerecht leisten.

Ziel (nicht nur) der Hamburger OKJA-Einrichtungen ist es, trotz der aktuell schwierigen Situation weiterhin Kontakt zu ihren Nutzer*innen beizubehalten und insgesamt für junge Menschen ansprechbar zu bleiben. Sie wollen für ihre Fragen, Sorgen und Ängsten angesichts der Auswirkungen von „Corona“ da sein: Social Distancing, klarkommen müssen auf engem Raum, eventuelle prekäre, eskalierende familiäre Situation, schulische Belange und Überforderung, Ängste angesichts dessen, was ist und was die Zukunft bringen wird.

Aber auch in ihren sonstigen Interessen und Wünschen möchten die Fachkräfte Kinder, Jugendliche und Familien weiterhin bestmöglich begleiten und unterstützen.

Wie so viele andere auch stehen sie dabei vor Herausforderung auf verschiedenen Ebenen: Technische Ausstattung, und strukturelle Bedingungen fallen unter anderem darunter. Seit dem 13. Mai dürfen die Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit unter strengen Auflagen wieder öffnen. Es müssen feste Gruppen gebildet und zahlreiche Vorgaben beachtet werden.

Angesichts der stark veränderten Rahmenbedingungen, erscheint fraglich, wie attraktiv und bedarfsgerecht die Angebote für junge Menschen sind. Einerseits ist es mehr als überfällig gewesen, dass die Einrichtungen wie Bauspielplätze, Spielhäuser, Mädchentreffs und Jugendzentren wieder für die Kinder und Jugendlichen nutzbar sind. Andererseits wäre es wünschenswert, wenn momentan notwendige Auflagen und fachliche Grundprämissen dieses Arbeitsfeldes aufeinander abgestimmt würden, um so den Lebensrealitäten sowie daraus resultierenden Interessen und Bedürfnissen insbesondere von Jugendlichen gerechter zu werden.