Der Verband Kinder- und Jugendarbeit

Typisch Jugend - typisch Jugendarbeit

FORUM für Kinder- und Jugendarbeit Ausgabe 4/2008


Unter anderen mit Beiträgen von:

  • Heike Rupp
  • Maximilian Probst
  • Wolfgang Hammer
  • Petra Lafferentz
  • Karl Späth
  • Jörg Matthias Bock
  • Manuel Essberger
  • Maria Kalde
  • Joachim Gerbing
  • und vielen anderen

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Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Jugend ist nicht nur eine Lebensphase. Jugend ist Vision und Philosophie, Trend, Leitbild und marktwirtschaftliche Verkaufsstrategie – und immer wieder auch Schreckgespenst. Jugendlich scheint in der modernen westlichen Gesellschaft jeder sein zu wollen, und trotzdem ist „die Jugend“, glaubt man den Äußerungen der Medien und der Innenpolitiker, zur Gefahr schlechthin geworden. Gefühlter Gefahrenfaktor: offenbar weit vor der Bedrohung durch Klimawandel, Krieg und Terrorismus.

Überfrachtet von den vielen Anforderungen und Fremdbildern ist es für Außenstehende – und manchmal auch für die Jugendlichen selber – kaum möglich zu benennen, was „typisch“ für Jugendliche sein soll. Gibt es das überhaupt: „typisch Jugend“? Sind nicht Jugendliche vor allem erst einmal Jungen oder Mädchen, arm oder reich, deutsch oder eingewandert, mit mehr oder weniger Chancen und Freiheiten und damit beschäftigt, erwachsen zu werden?

Unter der Rubrik „Selbst- und Fremdbilder“ haben wir in diesem FORUM Beiträge zusammengestellt, die Jugend aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Den Innensichten Jugendlicher über ihre eigene Lebensphase und dem kurzen Blick auf die Geschichte der Jugend folgt das Bild, das der Kriminologe Christian Pfeiffer von Jugendeinrichtungen und ihren delinquenten BesucherInnen konstruiert. Nach einem Beitrag zum verantwortungslosen Umgang bestimmter Medien mit „Problemjugendlichen“ geht es dann um die Arbeit mit und in jugendlichen Subkulturen, um HipHop und Rap, wo sich „echte Geschichten von echten Menschen“ durchsetzen, wie der Autor des gleichnamigen Beitrags meint. Textproben der Gruppe „Wortwaffe“ aus dem Haus der Jugend Steilshoop bestätigen solche Entwicklungsprozesse der jungen KünstlerInnen, die sich weg von großen Vorbildern und Klischees hin zu authentischen Texten über ihr eigenes Leben bewegen.

Und wie sieht die „typische Jugendarbeit“ aus? Angesichts der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Angebote, Schwerpunkte, Reichweiten und Zielgruppen werden auch hier nur schwer griffige und allgemeingültige Etiketten zu finden sein. Wir stellen hier eine kleine Auswahl von Konzepten und Erfahrungen vor. Daraus ergeben sich dann auch Hinweise auf dringende Notwendigkeiten innerhalb der Jugendarbeit, u.a. im Bereich der Arbeit mit obdachlosen und in ihrem Zugang zur (Berufs-)Bildung benachteiligten Jugendlichen.

Weiter geht es – passend zur gerade erfolgten Schließung der Geschlossenen Unterbringung Feuerbergstraße – mit dem Thema Freiheitsentzug und Zwang in der Erziehung, mit Rückblicken und mit viel Service: mit den an dieser Stelle schon obligatorischen Rechtsprechungshinweisen zum SGB II (Anna und die ARGE) und mit Hinweisen auf viele interessante Bücher für junge und weniger junge LeserInnen. Vielleicht ist ja etwas Passendes für unter dem Weihnachtsbaum dabei.

Wir wünschen allerschönste Feiertage – kommen Sie gut an im neuen Jahr!

Manuel Essberger und Maria Kalde

 

Ausgewählte Beiträge zum Download: