Der Verband Kinder- und Jugendarbeit

Familien mitnehmen

FORUM für Kinder- und Jugendarbeit Ausgabe 4/2009

Unter anderem mit Beiträgen von:

  • Dieter Bänisch/Marion Panitzsch-Wiebe
  • Harald Lindner
  • Katja Birkner
  • Dagmar Klages
  • Gabriele Friederike Biel
  • Michael Leipold
  • Ursel Becher

Inhaltsverzeichnis und Impressum

Auszug aus dem Editorial (hier in voller Länge):

Liebe Leserinnen und Leser!

„Familien mitnehmen“ – ein ganzes FORUM für die Familienorientierung? Fällt da etwa schon wieder eine Lobby für Kinder und Jugendliche einfach um und reiht sich in den Mainstream der Familienideologie ein? Rein inhaltlich können wir beruhigen: Mit diesem FORUM zur Familienorientierung verlieren wir nicht etwa die Hauptzielgruppe der Kinder- und Jugendarbeit aus dem Blick; wir greifen vielmehr Erfahrungen und Ideen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation auf.

 Fakt ist: Um die Eltern kommt die Offene Arbeit nicht herum. Die BesucherInnen bringen das, was sie in ihren Familien erleben und erfahren, mit in die Arbeit. Und oft genug stehen auch die Familien selber – die jüngeren Geschwister und die Eltern – vor der Tür. Gerade weil das so ist, weil sich Familien in der Offenen Arbeit häufig wohlfühlen und die Einrichtung als Treffpunkt nutzen, weil sie Vertrauen zu den MitarbeiterInnen entwickeln und weil sie sich mit niedrigschwelliger Hilfe und Unterstützung erreichen lassen, genau deshalb macht es Sinn, dass sich das Arbeitsfeld offensiv mit seiner Familienorientierung auseinandersetzt. Wie viel Familie es sein darf, welche Angebote denkbar sind, ohne die Interessen der Hauptzielgruppe – der Kinder und Jugendlichen – zu verletzen, das muss sich jede Einrichtung selber fragen. In der Diskussion um Familienorientierung sollte auch ein weiterer Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Vielleicht sind gezielte Angebote an Familien zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen ja auch eine Gelegenheit, zukünftig möglicherweise frei werdende Zeitkapazitäten einzelner Einrichtungen – am Nachmittag nämlich, wenn Jungen und Mädchen sich künftig möglicherweise in der Schule befinden (müssten) – weiterhin sinnvoll und im Interesse von jungen Menschen einzusetzen.

Mit diesem FORUM wollen wir zur inhaltlich-fachlichen Auseinandersetzung um das Thema Familienorientierung als Aufgabe für die Kinder- und Jugendarbeit beitragen. Unsere AutorInnen steuern wertvolle Gedanken, Hinweise, Ratschläge und auch Warnungen bei, blicken zurück auf Erfahrungen in der Familien- und Elternorientierung, geben Einblicke in aktuelle Praxisansätze und schauen nach vorn auf neue Aufgabenfelder.

Neben den Beiträgen zum Schwerpunktthema greifen wir in diesem FORUM aber auch andere Bereiche aus der derzeitigen Fach- und jugendpolitischen Diskussion auf, u.a. Reflexionen und Bewertungen von Praxis und ihrer Weiterentwicklung, Blicke über den Tellerrand, Auswirkungen gesetzlicher Veränderungen und aktuelle Diskussions- und Positionspapiere.

Wir wünschen Ihnen und euch eine durch und durch angenehme Weihnachtszeit!

Manuel Essberger und Maria Kalde

Ausgewählte Beiträge zum Download:

Dieter Bänisch/Marion Panitzsch-Wiebe: Stellungnahme zur Kürzung im Jugendhilfebereich (61 KW)

Harald Lindner: Wie viel Familie darf sein? Die Bedeutung der Familienorientierung in einer Kultur des Aufwachsens (210 KB)

Silke Schlimme: Familie im Fokus. Das Spielhaus in Burgwedel entwickelt sich weiter (164 KW)

Dagmar Klages: Vom Wert des Unspektakulären - Familienarbeit in Spielhäusern (289 KW)

Michael Leipold: Kinderschutz im neuen familienrechtlichen Verfahren (255 KW)

Kampagnenbündnis Entschlossen OFFEN: Pädagogische Mittagstische- unverzichtbar für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (128 KW)