Der Verband Kinder- und Jugendarbeit

Gefährliche Kindheit und Jugend

FORUM für Kinder- und Jugendarbeit
Ausgabe 3/2011

  • Tilmann Lutz
  • Klaus Weber
  • Ursel Becher
  • Christa Paul
  • Jutta Hoyer
  • Barbara Bojack

Inhaltsverzeichnis und Impressum

Liebe Leserinnen und liebe Leser!
(Edotorial in voller Länge)

„Ihr werdet die Kraft des Gesetzes spüren! Wer alt genug ist, Straftaten zu begehen, ist auch alt genug, bestraft zu werden“, sagte Cameron in London staatsgewaltig zu den elf- bis dreizehnjährigen Kindern, die bei den Jugendaufständen Anfang August in Haft genommen wurden. Und aufgeregt wird nun bei uns gefragt, ob solche Ausbrüche auch in den deutschen Großstädten möglich sind. Tatsächlich gibt es Parallelen zwischen London und Hamburg: Die Ungleichheit verschärft sich seit Jahren, die Exklusion manifestiert sich für eine wachsende Gruppe, die immer weniger Teilhabemöglichkeiten hat. Die soziale Gemeinschaft teilt sich gnadenlos in Gewinner und Verlierer auf. Welcher junge Mensch möchte hier freiwillig die Position eines Opfers einnehmen?

„Gefährliche Kindheit und Jugend“ – der Titel dieser Ausgabe des FORUM lässt eine Kategorisierung in Täter und Opfer gar nicht erst zu, denn für Kinder und Jugendliche hat Gewalt viele Gesichter. Junge Menschen sind allen möglichen Formen von Gewalt ausgesetzt, sei es in den Familien, in Heimen und Psychiatrien, in Kirchen und Vereinen, in Schulen und auch in den eigenen Peergroups. Parallel dazu werden sie selber in der Öffentlichkeit vorwiegend unter der Etikettierung jugendliche „Gewalttäter“ als gefährlich gedeutet und wahrgenommen. So oder so: Kindheit und Jugend ist gefährlich. Genau dies ist die zentrale Aussage dieser FORUM-Ausgabe.

Unter der Rubrik „strukturelle Gewalt“ geben verschiedene AutorInnen eindrückliche Beispiele für Formen von Gewalt, denen Kinder und Jugendliche ausgesetzt sein können. 

Dass bezogen auf die Täter- und Opferrollen ein Schwarz-Weiß-Denken nicht funktioniert, ist nicht immer die bequemste Ansicht. Denn dazu muss man sich intensiver mit Hintergründen, Bedingungen und verschiedenen Motivebenen befassen. Das zeigen unter der Rubrik „Jugend und Gewalt“ u.a. die Gespräche mit jungen Menschen über Mobbing und Gewalt. 

Wie immer im FORUM gibt es wieder Lesenswertes aus der Praxis, Neues von Anna, Arthur und dem Jobcenter und aktuelle Buchbesprechungen.

Wir wünschen Ihnen eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre!
Manuel Essberger und Maria Kalde

Ausgewählte Beiträge zum download: